Die Geschichte
        
 

 

 


Der Damensattel kam vor etwa 600 Jahren an den europäischen Fürstenhöfen auf. Die damaligen Damensättel waren eigentlich nur ebene Pölster, auf denen die Reiterinnen im rechten Winkel zur Wirbelsäule des Pferdes saßen. Die Füße stützte die Reiterin auf eine Plattform die "Planchestte" genannt wurde. In dieser Haltung hatte die Reiterin nur sehr wenig Kontrolle über ihr Pferd. Deswegen wurden die Sättel vorne bald mit einem Horn ausgestattet, über das die Reiterin ein Knie legen konnte.

alter Damensattel im Kaurismuseum von Matakohe, Nord Insel, NeuseelandWann genau dieses Horn entwickelt wurde, ist nicht bekannt, aber man weiß, dass Katharina von Medici um 1580 herum ein zweites Horn einführte. Um 1820 erfand dann ein unbekanntes Genie den Balanciergurt, der dem Sattel am Pferd mehr Halt gab und dem rutschen des Sattels entgegenwirkte.alter Damensattel im Kaurismuseum von Matakohe, Nord Insel, Neuseeland

Die wichtigste Erfindung in der Geschichte des Damensattels machte 1830 der französische Reitmeister Jules Pellier mit dem unteren Horn, das in den Sat
tel eingeschraubt wird und sich über den linken Oberschenkel der Reiterin wölbt. Dieses Horn ermöglichte einen sicheren Sitz, so dass die Dame auch springen konnte.

 

Um 1875 waren dann die Frauen soweit emanzipiert, dass sie auch bei Jagden mitgeritten sind. Kaiserin Elisabeth war es im Jahr 1876, die als erste bei der Jagd in England mitritt. Sie war wohl die bekannteste Dame im Damensattel, und berühmt für ihre Kühnheit und Geschicklichkeit. Elisabeth nahm an schweren Jagden über Hindernisse teil und ritt manchmal stundenlang allein durchs Gelände. Die modebewßte Damen von damals folgten ihr mit großer Begeisterung ins Jagdfeld.

Um den Sattel, besonders für das modern gewordene Jagdreiten noch sicherer zu machen, erfand man spezielle Wickelröcke und verschiedene Sicherheitssteigbügel, die beim Sturz der Reiterin den Fuß derer frei gibt.

Seine Blütezeit erlebte der Damensattel zwischen 1890 und 1930 als auch der flache Sitz und der rutschfeste Rauhlederüberzug für den Sitz allgemein eingeführt wurde. Die Hörner waren gut gepolstert und das untere Horn wurde in der Wölbung bereits der Reiterin angepasst. 


 

Roter Damensattel der Kaiserin Elisabeth von Österreich

 

Bei uns verschwand das Damensattelreiten durch den 2. Weltkrieg. Nur in England überlebt das Reiten im Damensattel bis heute und dort wird noch immer im Damensattel geritten. Mittlerweile gibt es aber auch in Deutschland, Österreich, Niederlanden, Frankreich, Schweden etc. wieder zahlreiche Vereine die sich mit dem Thema Damensattel auseinandersetzen und diverse Kurse, ja sogar Turniere veranstalten.

 

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